Hintergrund
Die ASFINAG ist Betreiberin des österreichischen Autobahn- und Schnellstraßennetzes und verantwortet Planung, Bau, Betrieb, Bemautung und Erhaltung einer der wichtigsten kritischen Infrastrukturen des Landes.
Der Klimawandel stellt die ASFINAG zunehmend vor neue Herausforderungen im Betrieb und Erhalt ihrer Verkehrsinfrastruktur. Um die zu erwartenden Veränderung von klimabedingten Risiken in den nächsten 75 Jahren systematisch bewerten zu können, initiierte die ASFINAG gemeinsam mit BC Consulting ein Proof‑of‑Concept zur Klimarisikoanalyse. Ziel war die gemeinsame Entwicklung und Erprobung einer praxistauglichen, taxonomiekonformen Methodik. Dabei flossen bestehende Risikomanagement‑Unterlagen der ASFINAG sowie relevante Klimarisikoberichte ein. Die entwickelte Methodik wurde anschließend gemeinsam mit einer ausgewählten Autobahnmeisterei in der Praxis getestet und validiert.
Ansatz
Projektinitiierung und Zieldefinition
Gemeinsame Klärung der Zielsetzung, des Anwendungsbereichs und der Anforderungen an eine Klimarisikoanalyse unter Berücksichtigung regulatorischer, strategischer und operativer Rahmenbedingungen.
Entwicklung der Methodik
Gemeinsame Erarbeitung einer strukturierten Klimarisikoanalyse, basierend auf bestehenden ASFINAG‑Risikomanagementunterlagen, nationalen Klimaberichten sowie anerkannten Risikomanagement‑Standards.
Definition der Risikoszenarien
Durchführung Proof‑of‑Concept
Analyse und Validierung der Ergebnisse
Die Klimarisikoanalyse wurde mithilfe des Moduls bcRISK in der BCM Suite bcNAVIGATOR durchgeführt. bcRISK unterstützte die strukturierte Erfassung der Szenarien, die konsistente Bewertung über alle Zeithorizonte, die Ableitung von aktuellen und zukünftigen Maßnahmen sowie die transparente Auswertung und Dokumentation der Ergebnisse.
Herausforderungen
Eine zentrale Herausforderung bestand darin, klimabedingte Risiken mit langfristigem Zeithorizont methodisch greifbar und gleichzeitig für den operativen Betrieb bewertbar zu machen. Zudem mussten unterschiedliche Erfahrungswerte, Datenquellen und bestehende Risikologiken konsistent zusammengeführt werden. Herausfordernd war auch, dass die absoluten Risikowerte insgesamt niedrig ausfielen, sich jedoch über die betrachteten Zeiträume deutlich veränderten und daher gemeinsam interpretiert werden mussten.
- Zusammenführung bestehender Risikomanagement‑Ansätze mit Klimarisiken
- Bewertung langfristiger Risiken bei begrenzten historischen Daten
- Vergleichbarkeit zwischen unterschiedlichen Streckenabschnitten
- Umgang mit niedrigen absoluten Risikowerten
- Ableitung sinnvoller zukünftiger Maßnahmen
Die identifizierten Herausforderungen konnten durch das enge gemeinsame Vorgehen adressiert und in wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Methodik überführt werden.
Erkenntnisse
- Einheitliche Szenarienbeschreibungen erhöhen die Vergleichbarkeit und Qualität der Bewertungen über unterschiedliche Streckenabschnitte und Zeiträume hinweg.
- Aktuell sind die Klimarisiken auf die Infrastruktur und deren Betrieb auf niedrigem Niveau, es muss aber mit deutlichen Steigerungen über die nächsten Jahrzehnte gerechnet werden.
- Die entwickelte Methodik ermöglicht eine konsistente Bewertung klimabedingter Risiken über kurz-, mittel- und langfristige Zeithorizonte hinweg.
- Die Anwendung der Methodik erwies sich für die operative Einheit als praxisnah und gut verständlich, auch bei komplexen Infrastruktur- und Klimazusammenhängen.
- Die strukturierte Ergebnisdarstellung unterstützt strategische Entscheidungen und schafft Transparenz für Management und weitere Ausbaustufen der Analyse.
Lösung
Weiterentwicklung der Methodik
Auf Basis der PoC Ergebnisse werden Schwellwerte, Gewichtungen und Szenarienbeschreibungen weiterentwickelt, um klimabedingte Veränderungen konsistenter, vergleichbarer und nachvollziehbarer abzubilden.
Strukturierter Roll‑out‑Ansatz
Die gewonnenen Erkenntnisse dienen zur Definition eines schrittweisen und standardisierten Vorgehens, mit dem die Klimarisikoanalyse effizient und vergleichbar auf weitere Autobahnmeistereien übertragen werden kann.
Zentrale Tool‑Unterstützung
Ableitung zukünftiger Maßnahmen
Zusammenfassung
Experte Prozess, Projekt- und Krisenmanagement (PPK), ASFINAG