Hintergrund
Das Krankenhaus spielt eine wesentliche Rolle bei der Bereitstellung von Akutversorgung, spezialisierten medizinischen Leistungen und Notfallbehandlungen und gewährleistet damit eine zugängliche und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für die lokale Bevölkerung.
Das Krankenhaus war einer wachsenden Gefährdung durch eine Vielzahl von Bedrohungen ausgesetzt: natürliche (Überschwemmungen, Stürme), technische (Stromausfälle, Brände), vorsätzliche (Cyberangriffe, Terrorismus) und systemische (Pandemien, Personalmangel). Um die Fähigkeit des Krankenhauses sicherzustellen, kritische Abläufe während Krisen aufrechtzuerhalten, Risiken für die Patientensicherheit zu minimieren und eine schnelle Rückkehr zum Normalbetrieb zu gewährleisten, sollte ein umfassendes Business Continuity Management System (BCMS) eingerichtet werden, ausgerichtet an ISO 22301:2019 und nationalen Vorschriften für kritische Infrastrukturen.
Vorgehensweise
Um ein wirksames BCMS aufzubauen, wurde zunächst eine umfassende Analyse der bestehenden Strukturen und potenziellen Schwachstellen des Krankenhauses durchgeführt. Zu diesem Zweck wurden eine Ursachenanalyse (BCM Risk Management) und eine Auswirkungsanalyse (Business Impact Analysis), speziell auf den Gesundheitssektor zugeschnitten, entwickelt, implementiert und gemeinsam durchgeführt.
Ziel war es, jene Bereiche zu identifizieren, deren Ausfall den Krankenhausbetrieb am stärksten beeinträchtigen würde. Dabei wurden sowohl technische als auch organisatorische Risiken berücksichtigt und durch Krisensimulationen getestet.
Herausforderungen
Kulturelle Vielfalt und BCM-Ansatz
Aufgrund der kulturellen Vielfalt in Luxemburg wurden unterschiedliche Ansätze zu BCM sowie zur Notfall- und Wiederanlaufplanung beobachtet. Diese Unterschiede spiegelten sich darin wider, wie BCM-Themen verstanden und behandelt wurden.
RTO-Anforderungen im Gesundheitssektor
Im Gesundheitswesen sind die Recovery Time Objectives sehr kurz, da jede Störung Patient:innen schnell gefährden kann. Kritische Leistungen müssen nahezu sofort wiederhergestellt werden, um Auswirkungen auf Leben und Gesundheit zu vermeiden.
Risikowahrnehmung und Prozessbewusstsein
Verständnis von End-to-End-Prozessen
Erkenntnisse
Als Ergebnis der durchgeführten Business-Impact-Analysen und Risikobewertungen wurden wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die das Krankenhaus dabei unterstützen, seine Resilienz zu stärken und seine kritischen sowie lebensrettenden Gesundheitsleistungen kontinuierlich abzusichern.
Wasserversorgung und Sterilisationsprozess
Ausfall des IT-Systems und Patientenversorgung
Medikamenten-versorgung und Logistik
Stromausfall und Notfallausrüstung
Kommunikations-ausfall und Koordination
Zentrale Ergebnisse
Auf Grundlage der durchgeführten Risiko- und Auswirkungsanalysen sowie der Ergebnisse aus den Krisensimulationen wurden gezielte Maßnahmen entwickelt, um die operative Resilienz des Krankenhauses zu stärken. Diese Erkenntnisse bildeten die Grundlage für die Entwicklung konkreter Strategien sowie technischer und organisatorischer Lösungen, um die Kontinuität kritischer Krankenhausfunktionen auch unter Krisenbedingungen sicherzustellen. Die Umsetzung der identifizierten Maßnahmen führte zu deutlichen Verbesserungen in mehreren zentralen Bereichen des Krisen- und Kontinuitätsmanagements. Durch den strukturierten Aufbau seines BCMS hat das Krankenhaus seine organisatorische und technische Resilienz nachhaltig verbessert.
Sicherstellung der Wasserverfügbarkeit
IT-Wiederherstellungs-planung
Resilienz der Lieferkette
Zuverlässige Stromversorgung
Backup-Kommunikations-systeme
Lösung
Weiterentwicklung der Methodik
Auf Basis der PoC Ergebnisse werden Schwellwerte, Gewichtungen und Szenarienbeschreibungen weiterentwickelt, um klimabedingte Veränderungen konsistenter, vergleichbarer und nachvollziehbarer abzubilden.
Strukturierter Roll‑out‑Ansatz
Die gewonnenen Erkenntnisse dienen zur Definition eines schrittweisen und standardisierten Vorgehens, mit dem die Klimarisikoanalyse effizient und vergleichbar auf weitere Autobahnmeistereien übertragen werden kann.
Zentrale Tool‑Unterstützung
Ableitung zukünftiger Maßnahmen