Im Jahr 2026 zeichnen sich vier Trends ab, die unsere Arbeit, Sicherheit und Technologie prägen werden. Noch vor wenigen Jahren galten Cyberangriffe, Lieferkettenstörungen oder Extremwetterereignisse als weitgehend getrennte Krisenszenarien. Mit Blick auf das Jahr 2026 zeichnen sich vier Trendentwicklungen deutlich ab: der zunehmende Einsatz von Drohnen, der Durchbruch von Künstlicher Intelligenz im operativen Krisenmanagement, die massive Zunahme klimabedingter Risiken und die vernetzte Sicherheit. Neue Technologien und komplexe Sicherheitsrisiken erfordern vorausschauendes Handeln und flexible Lösungen. Gleichzeitig bieten diese Entwicklungen Chancen, Abläufe effizienter zu gestalten und die Versorgung zuverlässig zu sichern. In diesem Beitrag schauen wir uns vier relevante Trends des Jahres 2026 genauer an.
Trend I: Drohnen
Drohnen entwickeln sich vom Nischenwerkzeug zur strategischen Ressource. Ob zur Lageerkundung nach Naturkatastrophen, zur Überwachung sensibler Industrieanlagen oder zur schnellen Schadensbewertung in unzugänglichen Gebieten, unbemannte Luftsysteme versprechen eine völlig neue Qualität der Echtzeitinformation. Gleichzeitig bergen Drohnen auch Risiken. Sie können kritische Infrastruktur erkunden, Abläufe stören oder für Angriffe eingesetzt werden. Bereits in den letzten Monaten sorgten Drohnen für Störungen und Unterbrechungen auf europäischen Flughäfen.
Deshalb sollten Betreiber kritischer Infrastruktur auf Multi-Sensor-Detektion mit Radar-, Funk- und optischen Sensoren sowie auf „Soft-Kill“-Methoden wie Signalstörung setzen, um Drohnenrisiken und den dadurch entstehenden wirtschaftlichen Schaden zu minimieren. Drohnen sind echte Dual-Use-Technologien. Sie erleichtern einerseits den Betrieb und das Krisenmanagement, gleichzeitig erfordern sie auch neue Sicherheitsstrategien.
Trend II: Künstliche Intelligenz (KI)
Künstliche Intelligenz wird 2026 zum Werkzeug für kritische Infrastrukturen. KI kann Störungen erkennen, bevor diese zu Ausfällen führen. Sie kann Sensordaten auswerten und KI-gestützte Frühwarnsysteme sowie Lagebilder in Echtzeit erstellen. Wartungen und Einsätze lassen sich dadurch besser planen und Ressourcen effizienter einsetzen. Gleichzeitig wächst die Abhängigkeit von datengetriebenen Systemen und damit auch die Verwundbarkeit gegenüber Manipulation, Fehlentscheidungen und systemischen Ausfällen. Künstliche Intelligenz muss verantwortungsvoll eingesetzt werden. Menschen müssen weiterhin die finalen Entscheidungen treffen („Human-in-the-Loop“) und Systeme sollen vor Manipulationen geschützt werden. Auch Falschinformationen oder Deepfakes stellen Betreiber vor neue Herausforderungen.
Trend III: Klimarisiken
Extremwetterereignisse, Hitzewellen, Überschwemmungen und langanhaltende Dürreperioden werden weiter zunehmen. Was früher als „Ausnahmeereignis“ galt, wird immer mehr zur neuen Normalität. Für das BCM bedeutet dies, dass physische Standortrisiken, Energieversorgungssicherheit und die Stabilität globaler Lieferketten völlig neu bewertet werden müssen. Klima-Risiken sind schon lange nicht mehr nur ein Thema für Nachhaltigkeitsexpert:innen, sondern ein zentraler Faktor für die Überlebensfähigkeit von Unternehmen. Betreiber müssen schnell reagieren und Entscheidungen treffen, denn Extremwetterereignisse nehmen immer mehr zu.
Virtuelle Nachbildungen helfen dabei, Szenarien zu simulieren. Micro Grids und mobile Systeme sichern bei Teilausfällen ab. Klimaanpassung ist im Jahr 2026 keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit, um Anlagen und die Menschen, die auf sie angewiesen sind, zuverlässig zu schützen.
Trend IV: Vernetzte Sicherheit
Physische und digitale Sicherheit wachsen immer enger zusammen. Drohnen, Sensoren und KI „sehen” gemeinsam, was passiert, und liefern den Verantwortlichen ein klares Bild. In interdisziplinären Lagezentren werden Daten aus IT-Systemen, dem Betrieb und dem Krisenmanagement zusammengeführt. Dadurch können Teams schneller und gezielter Entscheidungen treffen.
Fazit
Kritische Infrastrukturen stehen an einem Wendepunkt. Drohnen, künstliche Intelligenz und Klimarisiken verändern nicht nur Technologien, sondern auch Arbeitsweisen und Verantwortlichkeiten. Wer Infrastruktur schützt oder betreibt, braucht heute mehr denn je robuste Systeme. Gefragt sind flexible Prozesse, verlässliche Daten und die Fähigkeit, physische und digitale Sicherheit gemeinsam zu betrachten.
Unternehmen und Betreiber, die frühzeitig investieren, angemessen reagieren und neue Technologien verantwortungsvoll einsetzen, verschaffen sich einen echten Vorsprung. Im Jahr 2026 wird Resilienz zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor und zur Grundlage dafür, dass unsere Gesellschaft auch in unsicheren Zeiten stabil bleibt. Vor diesem Hintergrund steht das Krisen- und Business-Continuity-Management an einem Wendepunkt. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr, ob eine Krise eintritt, sondern wann und in welcher Kombination. Wer 2026 handlungsfähig bleiben will, muss diese Entwicklungen heute verstehen, strategisch einordnen und systematisch in seine BCM- und Krisenstrukturen integrieren.